Sonntag, 22. Oktober 2017

Entwicklungspolitische Webseiten der Woche (weekly)


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Freitag, 20. Oktober 2017

Ringvorlesung „Die Welt im Wandel. Agenda 2030“ ab 24.10. in Bonn

Die Veranstaltungsreihe „Die Welt im Wandel" nimmt mit „Agenda 2030" den Blick der Akteure ein, die für die Umsetzung der Agenda 2030 in der Verantwortung stehen. Dabei kommen Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Entwicklungszusammenarbeit zu Wort, die den aktuellen Umsetzungsstand kritisch beleuchten – inklusive der vielfältigen Chancen und Herausforderungen, die die Umsetzung der Agenda 2030 mit sich bringt.
 
Angesichts der Komplexität der anstehenden Transformationsprozesse in Richtung Nachhaltige Entwicklung werden neue Formen der wissenschaftlichen Erkenntnisfindung und Politikberatung benötigt. Die klassische Formel: "Truth speaks to power" wird den Herausforderungen nicht mehr gerecht.
 
In der Auftaktveranstaltung der Ringvorlesung am 24.10.2017, dem Tag der Vereinten Nationen, geht es um die Fragen:
- Wie kann die Wissenschaft zur Analyse und Umsetzung der SDGs beitragen?
- Welche Prioritäten und Umsetzungsstrategien sind für den Weltzukunftsvertrag von besonderer Bedeutung?
- Welchen Widerhall finden wissenschaftliche Ergebnisse in der politischen Umsetzung?
- Weshalb ist die Bildung von Netzwerken - möglichst auch gemeinsam mit Akteuren aus der Praxis - so notwendig?
 
Grußwort
Prof. Dr. Michael Hoch, Rektor der Universität Bonn
 
Einführung:
Prof. Dr. Ortwin Renn, Wissenschaftlicher Direktor am Institute for Advanced Sustainability Studies e.V. (IASS) in Potsdam
 
Diskussion:
Prof. Dr. Ortwin Renn
Dr. Bettina Schmalzbauer, Geschäftsführerin des Deutschen Komitees für Nachhaltigkeitsforschung in Future Earth, Stuttgart
Adolf Kloke-Lesch, Geschäftsführender Direktor von Sustainable Development Solutions Network (SDSN) Germany
 
Moderation: Almuth Schellpeper, DW Akademie
 
Ort: Bonner Universitätsforum, Heussallee 18-24, 53113 Bonn
 
Zeit: 18:15 bis 19:45 Uhr
 
Wir bitten um eine (Online-)Ameldung bis zum 23.10.2017.
 
Weitere Infos:
 
Eine Kooperation von:

    
   
 

   





Mittwoch, 18. Oktober 2017

Österreichische NGOs fordern: SDGs umsetzen - Zukunft ermöglichen!

NGOs gründen Plattform SDG Watch Austria wwww.sdgwatch.at.

SDG Watch Austria

Kaum Fortschritte in Österreich bei der Umsetzung der Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs)

Wien (OTS) - Die UNO legte 2015 mit der Agenda 2030 und den darin enthaltenen Zielen für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) einen Aktionsplan für die Menschen, den Planeten und für Wohlstand fest. Mehr als 80 österreichische NGOs erheben unter der neuen gemeinsamen Plattform SDG Watch Austria  ihre Stimme und fordern von der künftigen Regierung, Verantwortung zu übernehmen, die Ziele rasch umzusetzen und damit Zukunft zu ermöglichen!  

 „In Österreich geschieht die Umsetzung der SDGs leider sehr schleppend. Die nächste Bundesregierung ist daher gefordert, einen konkreten und umfassenden Plan zur Umsetzung der SDGs vorzulegen. Es geht um mehr Gerechtigkeit auf der Welt sowie darum, allen Menschen eine Lebensperspektive und damit Zukunft zu ermöglichen. Es gilt, die SDGs umzusetzen und zwar jetzt“ so Annelies Vilim, Geschäftsführerin der AG Globale Verantwortung.  

Johanna Mang, Geschäftsführerin von LICHT FÜR DIE WELT: „Das zentrale Motto der SDGs lautet ‚leave no one behind‘, also ‚niemanden zurücklassen‘. Dazu braucht es die wirkliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen um Probleme zu identifizieren, Lösungen zu finden und die Umsetzung zu monitoren. SDG muss heißen: Zeit für Inklusion!" 

Dass in Österreich Handlungsbedarf besteht, betont auch Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes: „Anders als die MDGs haben die SDGs universale Gültigkeit, das heißt, sie gelten auch im Inland und Österreich hat mit seiner Unterschrift zugestimmt, sich für ihre Umsetzung einzusetzen.“ Kerschbaum fordert mehr Entschlossenheit der Bundesregierung und regt an, sich die Tschechische Republik zum Vorbild zu nehmen. „Dort sind die SDGs von der Regierung zur Chefsache erklärt und es gibt eine eigene Stabstelle, die sich darum kümmert.“ 

Heinz Hödl, Geschäftsführer der KOO – Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz, setzt bei den Zusammenhängen zwischen Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft an: „Wegweisend sollten jene Prinzipien sein, die Papst Franziskus in der Enzyklika "Laudato si" vorgezeichnet hat: Ein Fokus auf menschliche Entwicklung, die ganzheitlich, nachhaltig und menschengerecht ist. Das Ziel ist es, einen tiefgreifenden Wandel herbeizuführen, der die Menschen, das globale Gemeinwohl und das Zusammenleben in und mit der Natur und allen Geschöpfen ins Zentrum stellt.“ 

Thomas Alge, Geschäftsführer von ÖKOBÜRO – Allianz der Umweltbewegung betont:  „Wir erwarten durch die Umsetzung der SDGs neue Impulse für die Umweltpolitik. Die Diskussion um das Staatsziel Wirtschaftswachstum hat gezeigt, dass wir in die ganz falsche Richtung unterwegs sind. In den SDGs sehen wir die Chance, die großen Umweltthemen mit Arbeitsplätzen und einem innovativen Standort in Einklang zu bringen. Diese Chancen wollen und müssen wir nützen.“ 

Geberkonferenz in Genf - 370 Millionen Euro für Rohingya-Nothilfe benötigt

Bangladesch: Flüchtlingszahl steigt auf fast 600.000 an

Die Gesamtzahl der Rohingya, die seit Ende August in Bangladesch angekommen sind, hat sich auf etwa 582.000 erhöht. Allein seit Sonntagabend (15. Oktober) überquerten ungefähr 15.000 Flüchtlinge die Grenze von Myanmar nach Bangladesch. Die Tragödie der Rohingya ist derzeit die schnellst wachsende Flüchtlingskrise weltweit.

Die Neuankömmlinge halten sich in den Feldern nahe der Grenzstation Anjuman Para im Südosten des Landes auf. Sie warten auf die Erlaubnis, das Grenzgebiet verlassen zu dürfen, von wo aus jede Nacht Gewehrschüsse aus Myanmar zu hören sind. Die Flüchtlinge berichten, dass sie trotz wiederholter Drohungen, getötet zu werden, zunächst in ihren Ortschaften im Bundesstaat Rakhine im Norden Myanmars ausgeharrt haben. Erst als ihre Dörfer in Brand gesteckt wurden, flüchteten sie. Etwa eine Woche seien sie unterwegs gewesen, bevor sie die Grenze nach Bangladesch erreicht haben.

"Wir sind sehr besorgt über die humanitäre Lage der Flüchtlinge, die jetzt an der Grenze festsitzen", so der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, Peter Ruhenstroth-Bauer. "Es wird umgehend Hilfe benötigt, denn die Menschen sind am Ende ihrer Kräfte. Darum rufen wir dringend zu Spenden für die Rohingya-Nothilfe auf." Der UNHCR und seine Partner versorgen die gestrandeten Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Wasser. Unter den Geflüchteten sind Kinder, Frauen und ältere Menschen, die nach der langen Flucht dehydriert und ausgehungert sind.

Aufgrund des immensen Hilfsbedarfs und der fehlender Gelder findet zusätzlich am 23. Oktober in Genf eine Geberkonferenz statt. Sie wird vom Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), vom Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), der Internationalen Organisation für Migration (IOM) organsiert und darüber hinaus von der Europäischen Union und Kuwait unterstützt. Ziel der Konferenz ist es, 370 Millionen Euro für lebensrettende Maßnahmen zu sammeln, die sowohl den Rohingya als auch den aufnehmenden Gemeinden zugutekommen. Insgesamt 1,2 Millionen Menschen sollen in den kommenden Krisenmonaten von dieser Hilfe profitieren.

Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch brauchen Hilfe:
Spendenkonto UNO-Flüchtlingshilfe
Sparkasse Köln-Bonn - IBAN: DE78 3705 0198 0020 0088 50 - BIC: COLSDE33
Stichwort: Nothilfe Bangladesch
Spenden online unter: www.uno-fluechtlingshilfe.de

PRESSEMELDUNG DER UNO-FLÜCHTLINGSHILFE, Bonn, 18. Oktober 2017


Sonntag, 15. Oktober 2017

Cajamarca und Titicacasee bei der 3. Alternativen Rohstoffwoche vom 16. bis 20. Oktober 2017

 
Filmvorführungen im Rahmen der 3. Alternativen Rohstoffwoche

Liebe Interessent/innen und Mistreiter/innen der Kampagne Bergwerk Peru,

vom 16. bis 22. Oktober 2017 findet zum dritten Mal die Alternative Rohstoffwoche statt. Organisiert wird sie vom AK Rohstoffe, wo auch die Kampagne Bergwerk Peru mitarbeitet.

Kurz nach der Bundestagswahl bietet die Alternative Rohstoffwoche die Möglichkeit, sich über rohstoffpolitische Zusammenhänge in diversen Kontexten zu informieren. In diesem Jahr sind wir mit einigen Filmvorführungen unter den mehr als 20 Veranstaltungen in zehn deutschen Städten im Programm vertreten. Hier geht es zum kompletten Programm: http://alternative-rohstoffwoche.de/

Unser Thema ist natürlich Peru: einmal die Region Puno mit dem Film "Titicaca und die verschwundenen Gesichter", der schon im Frühjahr Fokus unserer Filmtour mit Heeder Soto war, zum anderen geht es in den Norden Perus, in die Region Cajamarca, mit dem Dauerkonflikt um die Mine Yanacocha und das Erweiterungsprojekt Conga, der im Film "Hija de la laguna / Tochter der Lagune" veranschauchlicht wird.

Wir zeigen diese beiden Filme mit verschiedenen Kooperationspartnern in Berlin, Hamburg, Essen, Münster und Höchstadt/Aisch. Bei allen Vorführungen, außer in Münster, wird es ein Publikumsgespräch geben. Die Filme werden mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Herzliche Grüße

Silvia Bodemer


Die Termine im Einzelnen

Hija de la laguna / Tochter der Lagune

  • Montag, 16. Oktober, 19 Uhr | Berlin | ACUDkino, Veteranenstrasse 21
  • Dienstag, 17. Oktober, 19 Uhr | Hamburg | 3001 Kino, Schanzenstraße 75
Titicaca und die verschwundenen Gesichter
  • Dienstag, 17. Oktober, 19 Uhr | Münster | Cinema, Warendorfer Str. 45
  • Dienstag, 17. Oktober, 19.30 Uhr | Höchstadt/Aisch | Aischtaler Filmtheater/Kulturkino, Koslinger Str.
  • Mittwoch, 18. Oktober, 10 Uhr | Essen | Filmstudio GLÜCKAUF, Rüttenscheider Straße 2 (für Schulklassen)
  • Mittwoch, 18. Oktober, 20 Uhr | Essen | Filmstudio GLÜCKAUF, Rüttenscheider Straße 2
Für nähere Informationen  zu den einzelnen Filmvorführungen: http://www.kampagne-bergwerk-peru.de/veranstaltungen/
bei Facebook: https://www.facebook.com/pg/bergwerk.peru/events/


Zu den Filmen

Titicaca und die verschwundenen Gesichter von Heeder Soto / Saywa Films
Der Film handelt von den sozialen Konflikten in der peruanischen Region Puno am Titicacasee sowie auf der bolivianischen Seite des Sees, ihren Ursachen und Konsequenzen. Er verdeutlicht anhand von Zeitzeugenberichten, wie es zu Menschenhandel kommt, wie Flüsse durch Bergbau tot und vergiftet werden und welche Krankheiten Menschen und Tiere haben. In einem Schwenk nach Deutschland nimmt der Film in Interviews mit deutschen Aktivist/innen Bezug zum Widerstand gegen den Braunkohleabbau.

Hija de la laguna / Tochter der Lagune von Ernesto Cabellos Damián / Guarango Cine y Video Peru
Nélida ist eine junge Landwirtin, die in der Provinz Cajamarca in den nördlichen Anden Perus lebt. Sie kommuniziert mit der Natur und fühlt sich als Tochter der Lagunen, von denen das Leben der Dörfer der Region abhängt. Als die Betreiber der größten Goldmine Lateinamerikas, Yanacocha, auch Gold unter den Lagunen in Conga entdecken, sollen diese trockengelegt und die gesamte Region in eine zweite gigantische Bergbaulandschaft umgewandelt werden. Nélida wehrt sich gegen einen schier übermächtig erscheinenden Gegner und stellt fest, dass sie mit ihrem Widerstand nicht alleine ist. Sie schließt sich den tausenden Landwirten und Städtern an, die für das lebenswichtige Wasser und den Erhalt der natürlichen Umwelt kämpfen. Der Film führt uns durch die einmalige Landschaft, die Zerstörungen in den Anden und Urwald und dokumentiert den vielseitigen und kreativen Widerstand gegen Politik und Wirtschaftsmagnaten, die sich nur für eines interessieren: Gold.

Entwicklungspolitische Webseiten der Woche (weekly)


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Mittwoch, 11. Oktober 2017

Die wahren Kosten des Klimawandels: ‚Impacts World‘ Konferenz in Potsdam

Wenn wir das Klima destabilisieren, kann das auch unsere Gesellschaft destabilisieren. Die Folgen der globalen Erwärmung führen nicht nur zu erheblichen ökonomische Schäden, sie schaden auch der Gesundheit der Menschen in vielerlei Weise, verstärken die Treiber von Migration, und sie setzen Entwicklungsperspektiven für die Ärmsten der Welt aufs Spiel. Um diese Auswirkungen noch besser zu verstehen, treffen sich vom 11. bis 13. Oktober an die 500 Wissenschaftler aus aller Welt in Potsdam. Die wahren Kosten des Klimawandels  zu benennen – dies ist der Titel der Konferenz – ist eine große Herausforderung. Denn gerade die gesellschaftlichen Kosten sind nicht immer leicht zu berechnen, ihre Währung ist mitunter das menschliche Leiden. Als Teil der Konferenz begeht das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) sein 25-jähriges Jubiläum – ein Vierteljahrhundert der Forschung mit dem Ziel, das Wissen über die Interaktion von Mensch und Erdsystem voranzubringen.



„Die Wissenschaft zeigt, dass die aktive Begrenzung der globalen Erwärmung viel billiger ist, als einfach nichts zu tun – Nichtstun würde uns am Ende ein Vielfaches der rund zwei Prozent der globalen Wirtschaftsleistung kosten, die wir für die Klimastabilisierung aufbringen müssten", sagt Hermann Lotze-Campen, Organisator der Konferenz, Leiter des Forschungsbereichs Klimawirkung und Vulnerabilität am PIK, zugleich Professor am Department für Agrarökonomie an der Humboldt Universität zu Berlin. „In diesen Abschätzungen werden jedoch Kosten für Gesundheitsschäden und zusätzliche Todesfälle, von Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen, und potenzieller Massenmigration, und nicht zuletzt die Kosten von anhaltender Armut noch gar nicht berücksichtigt. Dies sind komplexe Fragen, die wir wissenschaftlich noch besser beantworten möchten, ebenso wie die Fragen der ökonomischen Kosten und Schäden. Bei diesem ziemlich einzigartigen Treffen der globalen Gemeinschaft der Klimafolgenforscher geht es einerseits darum, wissenschaftliche Methoden zu verbessern – und das klingt reichlich abstrakt. Gleichzeitig ist diese Forschung jedoch die unerlässliche Basis dafür, robuste Informationen zu künftigen Risiken bieten zu können – für Farmer genauso wie für Fabrikanten, und letzlich für Familien."

Die Konferenz wird organisiert vom PIK und gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Zu den Sprechern gehören unter anderem Hans Otto Pörtner, Ko-Leiter der Arbeitsgruppe II zu den Folgen des Klimawandels für den kommenden Bericht des Weltklimarats IPCC, Leena Srivastava vom indischen ‚The Energy and Resources Institute', aber auch Experten politischer Organisation wie Shardul Agrawala von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) oder Andrea Tilche von der Generaldirektion Forschung und Innovation der EU-Kommission. Außerdem werden in dem Konferenzteil zum Jubiläum des PIK unter anderem der Ministerpräsident von Brandenburg, Dietmar Woidke, sowie die Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) Patricia Espinosa und weitere hochrangige Gäste sprechen.

Migration: „Wenn Menschen ihre Heimat verlassen müssen"

„Der Klimawandel ist ein zentraler Punkt für das Wohl der Menschen und die nachhaltige Entwicklung
die ‚Kosten' des Klimawandels könnten am höchsten sein für jene Menschen, die ihre Heimat verlassen müssen", sagt Koko Warner, Expertin für Migration bei der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC), die auch auf der Konferenz sprechen wird. „In allen Fällen menschlicher Migration – sei es durch von Stürmen verursachte Vertreibung, das Ringen um eine klima-sichere Existenzgrundlage, oder wenn die Rückkehr in die Heimat nicht mehr möglich ist die Suche nach bewohnbarem Raum – erfordert der Klimawandel einen neuen Grad der Widerstandsfähigkeit."

Klimawandelfolgen wie etwa Dürren könnten auch dazu beitragen, dass bereits schwelende lokale Konflikte angefacht werden und es mancherorts zum Ausbruch von Gewalt kommt.


„Herkunftsländer, Transitländer, und Zielländer müssen sich gemeinsam daran machen, die Resilienz auszubauen", so Warner. „Erstens müssen wir dringend Klimafolgen zuvorkommen und Anpassungsmaßnahmen für Menschen auf der ganzen Welt ausweiten. Zweitens braucht es Strategien für Migration, die sicher, würdevoll und ordentlich verfügbar sind für Herkunftsregionen, Transitländer und die Zielgebiete. Drittens benötigen Herkunfts- wie Zielgebiete Vorsorgestrategien und Notfallvereinbarungen, um die Last des Übergangs von einem Zustand zum anderen zu teilen. Denn dazu gehören auch langfristige Veränderungen, wo und wie Menschen leben werden."

Ökonomische Kosten: Mehr als nur Dollars

„Es geht um mehr als nur Dollars", sagt Stéphane Hallegatte von der Weltbank, ein weiterer Redner der Konferenz. „Wenn es um die Kosten des Klimawandels geht, fragen die Menschen zu oft nur nach absoluten Zahlen, in Dollars oder als Prozent des Bruttosozialprodukts. Diese Konferenz aber fordert eine umfassendere Abschätzung der Folgen des Klimawandels und schaut auf vielfältige Dimensionen wie Armut und Ungleichheit. Ihre Schlussfolgerungen werden dazu beitragen, Entscheidungsträger in der Politik zu informieren, die heute schon Politikmaßnahmen ergreifen müssen, um die Bevölkerung und die Wirtschaft von morgen zu schützen."

Zu den ökonomischen Kosten gehören nicht nur Schäden etwa von Wetterextremen, die sich durch globale Versorgungsketten fortsetzen können, sondern auch Produktivitätseinbußen etwa durch Hitzestress für die Arbeitskräfte.

Gesundheit: Hitzetote, Gelbfieber, Ernteverlust

„Der Klimawandel ist auf verschiedene Weise eine wachsende Bedrohung für die menschliche Gesundheit", sagt Andy Haines von der London School of Hygiene and Tropical Medicine, auch er ist einer der Sprecher bei der Konferenz. „Zum Beispiel würde im Falle eines unverminderten Ausstoßes von Treibhausgasen extreme Hitze hunderte Millionen Menschen treffen – was vorher selten war, wird die neue Normalität. Vorläufige Analysen großer Analysen der Situation in mehreren Ländern deuten darauf hin, dass die Zunahme an Hitzetoten in einigen Regionen weit größer sein wird als die Abnahme von Kältetoten. Dies gilt vor allem für wärmere und ärmere Gebiete, und damit einen erheblichen Teil der Weltbevölkerung."

„Der Klimawandel wird auch das Auftreten und die Verteilung von Krankheiten verändern, die etwa von Moskitos übertragen werden", so Haines. „Die Zahl der Fälle des von den Insekten übertragenen Dengue hat sich seit 1990 jedes Jahrzehnt verdoppelt, und der Klimawandel steht unter Verdacht, hierzu beigetragen zu haben. Die Moskitos, die Dengue übertragen, können auch zur Ansteckung mit anderen wieder auftretenden Viren führen, einschließlich Gelbfieber, Chikungunya und Zika. Auch deren Verbreitung kann wahrscheinlich vom Klimawandel beeinflusst werden."

„Wenn Ernten schrumpfen oder ihr Nährwert zurückgeht, durch den Klimawandel und andere Umweltveränderungen, so ist auch dies eine ernste Bedrohung der Gesundheit vor allem der in den Tropen lebenden Bevölkerung", betont Haines. „Vorläufige Analysen zeigen, dass diese Auswirkungen erheblich verringert werden können, wenn wir den Ausstoß von Treibhausgasen und damit die globale Erwärmung verringern. Zugleich kann eine Reduktion der Emissionen durch den Einsatz sauberer Technologien auch bereits kurzfristig der Gesundheit vieler Menschen nutzen, weil dann die Luftverschmutzung abnimmt, genauso wie eine zugleich nachhaltigere und gesündere Ernährung den Menschen nützt." Auch Zufußgehen, Radfahren und das Benutzen des öffentlichen Nahverkehrs bringe zugleich der Gesundheit und der Umwelt etwas.  „Wenn dieser doppelte Nutzen für die Gesundheit anerkannt wird, dann kann dies die Durchsetzung von Klimapolitik unterstützen und damit die Klimarisiken vermindern."

Nachhaltige Entwicklung: Wer den Hunger bekämpfen will, muss die Erwärmung bekämpfen

„Die Wissenschaft zeigt klar: Das Paris-Abkommen zur Verringerung der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung auf weniger als zwei Grad Celsius ist notwendig, um dem Erfolg der UN-Ziele der nachhaltigen Entwicklung (SDG) zur Ausrottung von Hunger und Armut zumindest eine Chance zu geben; nur so ermöglichen wir wirtschaftliche Entwicklung und ein gutes Leben für alle Bürger dieser Erde", sagt Johan Rockström von der Universität Stockholm, auch er ist einer der Sprecher bei der Konferenz. „Die Klimarisiken sind so groß, dass sie die Entwicklung der Welt gefährden. Aber auch das Gegenteil stimmt. Die Ziele nachhaltiger Entwicklung umfassen einen Wandel der Entwicklung hin zur Nachhaltigkeit – diese Ziele zu erreichen ist nötig, um das Abkommen von Paris zum Erfolg zu machen. Das bedeutet: Wir haben keine Wahl. Die globale Nachhaltigkeit ist unser Weg in die Zukunft."


Weitere Informationen zur Impacts World Konferenz und das vollständige Programm finden Sie hier: https://www.impactsworld2017.org/



Kontakt für weitere Informationen:
Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, Pressestelle

Telefon: +49 (0)331 288 2507
Twitter: @PIK_Klima
www.pik-potsdam.de

Entwicklungspolitische Webseiten der Woche (weekly)

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